Überstunden können schnell zu einem Stressfaktor werden, wenn unklar ist, wie sie im Arbeitsvertrag geregelt sind und welche Vergütung dir zusteht. In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige über deine Rechte und Pflichten bezüglich Überstunden, von der Vergütung bis zu den gesetzlichen Regelungen. Lass uns gemeinsam herausfinden, wie du deine Arbeitszeit effektiv managen und deine Ansprüche durchsetzen kannst, damit du nicht nur hart arbeitest, sondern auch fair entlohnt wirst.
Überstunden im Arbeitsvertrag: Was du wissen solltest
Klauseln zur Abgeltung von Überstunden
Damit Überstundenklauseln rechtswirksam sind, müssen sie präzise formuliert sein. Typische Beispiele für solche Klauseln sind: „Pro Monat sind 15 Überstunden mit dem Gehalt abgegolten“ oder „Mit dem Gehalt sind Überstunden im Umfang von bis zu 15 % über die vereinbarte Wochenarbeitszeit hinaus abgegolten“. Da es keine direkte gesetzliche Regelung zur pauschalen Abgeltung gibt, kommt der exakten Formulierung eine zentrale Bedeutung zu.
Häufig finden sich in Verträgen jedoch allgemeinere Formulierungen wie: „Angefallene Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten“ oder „Erforderliche Überstunden werden nicht gesondert vergütet“. Solche Klauseln zielen darauf ab, Beschäftigte zur Mehrarbeit ohne zusätzliche Entlohnung zu verpflichten, halten jedoch einer rechtlichen Prüfung oft nicht stand.
Implikationen der Formulierungen
Die knappe Klausel „Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten“ führt in der Praxis oft zu Unsicherheiten. Sie suggeriert, dass für jegliche Mehrarbeit kein finanzieller Ausgleich erfolgt. Während es Ausnahmefälle gibt, in denen eine gesonderte Vergütung entfällt, verlangt die Rechtsprechung grundsätzlich, dass der Umfang der unentgeltlichen Mehrarbeit klar definiert ist.
Eine rein pauschale Klausel wie „Überstunden sind mit dem Monatsgehalt abgegolten“ ist ohne Angabe eines konkreten Umfangs in der Regel unwirksam.
Eine konkretisierte Regelung hat hingegen Bestand. Wird beispielsweise festgelegt, dass bis zu zwei Überstunden pro Woche mit dem Gehalt abgegolten sind, schafft dies einen klaren Rahmen, der für beide Seiten kalkulierbar ist. Hierbei wird die Überstunden mit Gehalt abgegolten Bedeutung für den Arbeitnehmer transparent.
Planungsunsicherheiten und Konflikte
Obwohl die Möglichkeit besteht, Überstunden in begrenztem Umfang pauschal abzugelten, entstehen dadurch oft Planungsunsicherheiten, insbesondere für Angestellte mit familiären Verpflichtungen. Konflikte zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten lassen sich meist darauf zurückführen, dass geleistete Stunden nicht transparent dokumentiert oder unzureichend kommuniziert wurden.
Überstunden über die vereinbarte Regelung hinaus
Ungeklärt bleibt oft die Handhabung von Stunden, die über das vereinbarte Kontingent hinausgehen. Damit faire Lösungen garantiert sind, sollten Regelungen zum Überstundenabbau oder zur zusätzlichen Vergütung explizit im Arbeitsvertrag oder in Betriebsvereinbarungen verankert sein. Dies verhindert Missverständnisse, wenn beispielsweise 20 Überstunden mit Gehalt abgegolten sind, aber tatsächlich 30 Stunden geleistet wurden.
Rechtliche Beratung
Unklare Vertragsklauseln können das Vertrauensverhältnis belasten, vor allem wenn regelmäßig Mehrarbeit ohne Ausgleich gefordert wird. Bei Zweifeln an der Wirksamkeit einer Klausel ist es ratsam, frühzeitig fachkundige Beratung durch Fachanwältinnen und Fachanwälte für Arbeitsrecht einzuholen.
Die Höhe der Vergütung für Überstunden
Ein geringeres Gehalt schließt eine Pauschalabgeltung nicht grundsätzlich aus. Das Landesarbeitsgericht Mecklenburg-Vorpommern bestätigte 2021 (Az. 2 Sa 26/21), dass selbst bei einem niedrigen Entgelt eine Regelung zulässig sein kann, nach der bis zu zehn Überstunden monatlich mit dem Gehalt abgegolten sind. Solche Vereinbarungen sind weit verbreitet und rechtlich zulässig, sofern die Anzahl der inkludierten Stunden klar benannt wird.
Rechtliche Rahmenbedingungen
Die Rechtsprechung sieht es als zulässig an, wenn etwa 10 Prozent Überstunden mit Gehalt abgegolten werden. In der Praxis bedeutet dies oft, dass bis zu drei Stunden pro Woche oder etwa zehn bis 15 Überstunden mit Gehalt abgegolten sind, ohne dass eine Zusatzzahlung erfolgt.
Die Wirksamkeit solcher Klauseln bleibt jedoch eine Einzelfallentscheidung. Arbeitsgerichte prüfen hierbei, ob die Anzahl der pauschal abgegoltenen Stunden in einem angemessenen Verhältnis zur monatlichen Vergütung steht.
Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat bereits 2010 verdeutlicht, dass unter bestimmten Voraussetzungen auch 20 mit dem Gehalt abgegoltene Überstunden pro Monat rechtmäßig sein können, sofern die Transparenz gewahrt bleibt.
Einfluss des Gehalts auf die Vergütung von Überstunden
Die Verpflichtung zur zusätzlichen Vergütung hängt stark von der Gehaltshöhe ab. Erreicht das Einkommen eine bestimmte Schwelle, wird oft vorausgesetzt, dass alle Überstunden bereits abgegolten sind. Dies gilt insbesondere für die Überstunden mit Gehalt abgegolten Beitragsbemessungsgrenze.
Liegt das Bruttogehalt über der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung, wird üblicherweise davon ausgegangen, dass sämtliche Mehrarbeit mit dem Gehalt abgegolten ist. Im Jahr 2024 liegt diese Grenze in den alten Bundesländern bei 7.550 Euro und in den neuen Bundesländern bei 7.450 Euro pro Monat.
Vergütung von Überstunden unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze
Beschäftigte, deren Verdienst unter dieser Grenze liegt, können grundsätzlich eine Vergütung für Überstunden erwarten. Dennoch sind vertragliche Pauschalregelungen für eine festgelegte Anzahl von Stunden möglich. Allgemein wird eine Abgeltung im Rahmen von 10 bis 15 Prozent der monatlichen Arbeitszeit als rechtlich vertretbar eingestuft.
Beispiel zur Berechnung der Überstundenvergütung
Zur Verdeutlichung: Ansgar arbeitet 40 Stunden pro Woche bei einem Monatsgehalt von 3.400 Euro brutto. Im Juni leistet er 20 Überstunden.
Der Stundenlohn berechnet sich wie folgt: Monatsgehalt dividiert durch 4,33 (Durchschnittswochen pro Monat) und anschließend dividiert durch die Wochenarbeitszeit.
- 3.400 Euro : 4,33 : 40 Stunden = 19,63 Euro pro Stunde.
Für seine 20 Überstunden ergibt sich somit ein Anspruch von 392,60 Euro brutto, sofern keine wirksame Abgeltungsklausel vorliegt.
Anordnung von Überstunden: Rechte und Pflichten
Damit Arbeitgeber Überstunden rechtssicher anordnen können, bedarf es einer Grundlage im Arbeitsvertrag, einem Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung. Dies stellt sicher, dass Beschäftigte über den Umfang der möglichen Mehrarbeit informiert sind und beugt rechtlichen Konflikten vor.
Vertragsgrundlage für Überstunden
Ohne entsprechende Vereinbarung dürfen Arbeitgeber Überstunden nur in unvorhergesehenen Notsituationen verlangen. Solche Notfälle liegen vor, wenn sofortiges Handeln zur Schadensbegrenzung zwingend erforderlich ist, etwa bei einem Brand oder einem massiven Systemausfall.
Fehlt eine Regelung im Arbeits- oder Kollektivvertrag, ist die Anordnung von Überstunden grundsätzlich nicht zulässig, es sei denn, es wurde eine individuelle Absprache getroffen oder es handelt sich um einen gravierenden Notfall.
Was sind Notfälle?
Notfälle sind plötzliche Ereignisse, die keinen Aufschub dulden. In diesen Momenten kann eine kurzfristige Vereinbarung zur Bewältigung von Krisen oder extremen Auftragsspitzen getroffen werden. Diese muss jedoch klar kommuniziert und zeitlich begrenzt sein.
Abgeltung von Überstunden
Für eine wirksame Abgeltung muss im Vertrag eine spezifische Anzahl von Stunden genannt werden. Seit 2022 ist die Angabe von Bedingungen zur Mehrarbeit im Arbeitsvertrag verpflichtend. Pauschale Klauseln ohne Stundenangabe benachteiligen Arbeitnehmer unangemessen und sind daher oft unwirksam.
Eine gängige Formulierung lautet: „Soweit betrieblich notwendig, ist der Arbeitnehmer verpflichtet, Überstunden im gesetzlich zulässigen Umfang zu leisten. Diese müssen im Einzelfall durch einen Vorgesetzten ausdrücklich angeordnet worden sein.“
Übliche Maßstäbe und Mitbestimmung
Überstunden sollten sich stets in einem üblichen Rahmen bewegen. In Unternehmen mit einem Betriebsrat hat dieser gemäß Paragraph 87 Abs. 1 Nr. 3 BetrVG ein Mitbestimmungsrecht bei der Anordnung von Mehrarbeit, was den Schutz der Beschäftigten stärkt.
Arbeitszeiterfassung
Eine rechtssichere Überstundenregelung erfordert eine lückenlose Arbeitszeiterfassung. Die Dokumentation von Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit ist essenziell, um die Einhaltung vertraglicher und gesetzlicher Vorgaben nachzuweisen.
Rechtslage zu Überstunden: Urteile und Revisionen
Das Bundesarbeitsgericht (BAG) urteilte bereits 2010 (Az. 5 AZR 517/09), dass vage Klauseln wie „erforderliche Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten“ aufgrund mangelnder Transparenz unwirksam sind. Solche Formulierungen verstoßen gegen die AGB-Kontrolle, da sie den Arbeitnehmer unangemessen benachteiligen.
Entscheidend ist die Bestimmtheit: Arbeitnehmer müssen bei Vertragsabschluss genau erkennen können, welche Leistung auf sie zukommt. Unpräzise Begriffe wie „angemessener Rahmen“ oder „übliche Überstunden“ genügen diesen Anforderungen nicht.
Sittenwidrigkeit und Vergütung
Eine Sittenwidrigkeit gemäß Paragraph 138 BGB kann vorliegen, wenn ein auffälliges Missverhältnis zwischen Arbeitsleistung und Lohn besteht. Dies ist in der Regel der Fall, wenn die Vergütung weniger als zwei Drittel des branchenüblichen Tariflohns beträgt.
In solchen Fällen haben Beschäftigte die Möglichkeit, eine angemessene Nachzahlung für die geleisteten Überstunden einzufordern.
Gerichtliche Durchsetzung von Überstundenforderungen
Wer Überstunden einklagen möchte, muss detailliert darlegen, wann diese geleistet wurden und dass sie vom Arbeitgeber angeordnet, geduldet oder gebilligt wurden. Das BAG bestätigte diese strengen Anforderungen erneut in einem Urteil vom 4. Mai 2022 (Az. 5 AZR 359/21).
Ein Beispiel aus der Praxis bietet ein Fall des Arbeitsgerichts Emden (Az. 2 Ca 144/20): Eine Klägerin erhielt zunächst Recht, verlor jedoch in der Berufung, da sie die konkrete Anordnung der Stunden nicht ausreichend nachweisen konnte. Dies verdeutlicht, wie wichtig eine saubere Dokumentation ist.
Eine genaue Zeiterfassung ist das wichtigste Instrument für Arbeitnehmer, um ihre Ansprüche gerichtlich durchzusetzen.
Überstunden leisten: Was du beachten solltest
Wird regelmäßig mehr gearbeitet als vertraglich vorgesehen, sollte die Arbeitsorganisation hinterfragt werden. Oft helfen nur personelle Verstärkung oder eine neue Aufgabenverteilung. Bis dahin ist es ratsam, darauf zu achten, dass Überstunden im Gehalt abgegolten sind oder durch Freizeit ausgeglichen werden können.
Teilzeitarbeit und Überstunden
Teilzeitbeschäftigte können grundsätzlich nicht zu Überstunden verpflichtet werden, da dies dem Zweck der vereinbarten Arbeitszeitverkürzung widerspricht. Ausnahmen können sich aus Tarifverträgen oder extremen betrieblichen Notlagen ergeben.
Rechtliche Grundlagen für Überstunden
Damit überstunden sind mit dem gehalt abgegolten wirksam vereinbart werden kann, muss die Klausel transparent sein. Überstunden entstehen immer dann, wenn aus betrieblichen Gründen über die regelmäßige vertragliche Arbeitszeit hinaus gearbeitet wird.
Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wurden 2022 in Deutschland über 50 Prozent der Überstunden unbezahlt geleistet. Im Schnitt waren es knapp 17 Stunden pro Kopf.
Pauschalklauseln, die sämtliche Mehrarbeit einschließen, sind meist unwirksam, da sie den Arbeitnehmer unangemessen benachteiligen und unbegrenzte Gratisarbeit ermöglichen würden. Klauseln, die besagen, dass etwa 40 Überstunden mit Gehalt abgegolten sind, stehen oft auf rechtlich wackeligem Boden, wenn sie nicht durch ein entsprechend hohes Gehalt gerechtfertigt sind.
Definitionen und Beispiele
- Überstunden
- Arbeitsstunden, welche die individuell vereinbarte regelmäßige Arbeitszeit überschreiten.
- Mehrarbeit
- Arbeitszeit, die über die gesetzlich zulässige Höchstgrenze des Arbeitszeitgesetzes hinausgeht.
Ein Beispiel: Bei einer 40-Stunden-Woche sind zwei zusätzliche Stunden als Überstunden zu werten. Bei Teilzeitkräften gelten Stunden bis zur Vollzeitgrenze als Überstunden, darüber hinaus kann von Mehrarbeit im gesetzlichen Sinne gesprochen werden.
Besondere Regelungen für bestimmte Gruppen
Bestimmte Personengruppen genießen besonderen Schutz: Jugendliche (Paragraph 8 JArbSchG) sowie Schwangere und Stillende (Paragraph 4 MuSchG) dürfen grundsätzlich keine Überstunden leisten. Schwerbehinderte können gemäß Paragraph 207 SGB IX die Freistellung von Mehrarbeit verlangen.
Ansprüche von Teilzeitkräften
Sofern Tarifverträge dies vorsehen, haben Teilzeitkräfte oft den gleichen Anspruch auf Überstundenzuschläge wie Vollzeitbeschäftigte, und zwar bereits ab der ersten Stunde über ihrem individuellen Soll.
Überstunden und Urlaub
Ein Zeitguthaben kann flexibel für zusätzlichen Urlaub genutzt werden. In Unternehmen mit elektronischer Zeiterfassung ist es oft möglich, Überstunden mit Gehalt abgegolten trotzdem Freizeitausgleich zu kombinieren, wobei der Arbeitgeber meist den Zeitpunkt der Entnahme mitbestimmt.

Erfahren Sie, warum die Zeiterfassung Pflicht für leitende Angestellte in Deutschland ist! Optimieren Sie Ihr Zeitmanagement und bleiben…
Regelungen zur Vergütung von Überstunden
Für Überstunden mit Gehalt abgegolten Führungskräfte gelten besondere Regeln. In leitenden Positionen findet das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) gemäß Paragraph 18 oft keine Anwendung. Leitende Angestellte im Sinne des Paragraph 5 Abs. 3 BetrVG zeichnen sich meist durch Personalverantwortung und weitreichende Entscheidungsbefugnisse aus.
Gibt es keine vertragliche Regelung, müssen Überstunden gemäß Paragraph 612 BGB vergütet werden, sofern dies branchenüblich ist. Dies gilt insbesondere dort, wo Tarifverträge eine Bezahlung vorsehen. Diese gesetzliche Vermutung schützt Arbeitnehmer vor unbezahlter Mehrarbeit.
Rechtliche Rahmenbedingungen
Es gibt keinen starren gesetzlichen Wert, wie viele Stunden pauschal abgegolten sein dürfen. Die Wirksamkeit einer Klausel wird stets am Einzelfall gemessen. Fehlen klare Angaben zum Stundenumfang, ist die Klausel meist hinfällig.
Ausnahmen von der pauschalen Abgeltung
Besserverdiener, deren Gehalt die Beitragsbemessungsgrenze übersteigt, haben oft keinen Anspruch auf zusätzliche Überstundenvergütung. Hier wird eine Erwartungshaltung unterstellt, dass die Mehrarbeit durch das hohe Festgehalt bereits kompensiert ist. Dennoch darf die Belastung nicht das übliche Maß überschreiten.
Klauseln wie „10 Prozent Überstunden mit Gehalt abgegolten“ sind weitgehend anerkannt. Ob jedoch Formulierungen wie „X Stunden pro Woche“ halten, entscheiden im Streitfall die Arbeitsgerichte auf Basis der Transparenz.
Rechte der Arbeitnehmer
Ohne vertragliche oder tarifliche Basis darf niemand einseitig zu Überstunden gezwungen werden – außer in echten Notfällen. Wichtig zu wissen: Der Samstag ist gesetzlich ein Werktag. Sofern nicht vertraglich ausgeschlossen, kann der Arbeitgeber hier Arbeit anordnen, was jedoch nicht zwingend Überstunden bedeutet, wenn ein Zeitausgleich unter der Woche erfolgt.
Informationspflicht des Arbeitgebers zu Überstunden
Seit der Neuerung des Nachweisgesetzes am 1. August 2022 müssen Arbeitgeber transparent darüber informieren, ob und unter welchen Bedingungen Überstunden angeordnet werden können (Paragraph 2 Abs. 1 Nr. 10 NachwG). Diese Angaben sollten idealerweise direkt im Arbeitsvertrag stehen.
Rechtsgrundlagen und Transparenz
Das Transparenzgebot nach Paragraph 307 Abs. 1 Satz 2 BGB verpflichtet Arbeitgeber, Klauseln so zu formulieren, dass Beschäftigte ihre Pflichten klar erkennen können. Vage Formulierungen zur Abgeltung führen oft zur Unwirksamkeit der gesamten Klausel.
Vereinbarungen zur Vergütung von Überstunden
Bei Verträgen, in denen Überstunden mit dem Gehalt abgegolten sind, ist Klarheit oberstes Gebot. Der Arbeitgeber muss kommunizieren, in welchem Umfang Mehrarbeit erwartet wird und wie diese entlohnt oder ausgeglichen wird.
Einhaltung von Arbeitszeitvorschriften
Arbeitgeber sind verpflichtet, die maximalen Arbeitszeiten und Ruhepausen nach dem ArbZG zu überwachen. Gemäß der aktuellen Rechtsprechung des BAG (Az. 1 ABR 22/21) ist eine lückenlose Arbeitszeiterfassung zwingend erforderlich.
- Arbeitsbeginn, Ende und Pausen müssen präzise dokumentiert werden.
- Eine elektronische Zeiterfassung bietet hierbei die höchste Rechtssicherheit.
- Dokumentierte und vom Vorgesetzten abgezeichnete Zeitnachweise erleichtern die Beweisführung vor Gericht (BAG, Az. 5 AZR 452/18).
Pflicht zur Arbeitszeiterfassung
Das „Stechuhr-Urteil“ des EuGH (Az. C-55/18) verpflichtet Arbeitgeber zur Einführung eines objektiven Systems zur Arbeitszeiterfassung. Auch wenn die finale gesetzliche Umsetzung in Deutschland noch aussteht, hat das BAG bereits klargestellt, dass die Pflicht zur Erfassung faktisch bereits besteht.
Häufige Fragen zu Überstunden und deren Vergütung
Wie viele unbezahlte Überstunden sind erlaubt?
Es gibt keine starre gesetzliche Zahl. In der Praxis werden Klauseln, die bis zu 10 Prozent der Arbeitszeit (z. B. 4 Stunden bei einer 40-Stunden-Woche) abgelten, oft akzeptiert. Alles darüber hinaus muss besonders gut begründet oder sehr hoch vergütet sein.
Erhalten leitende Angestellte eine Vergütung für Überstunden?
Bei Führungskräften mit hohem Gehalt (über Beitragsbemessungsgrenze) ist die pauschale Abgeltung üblich und meist rechtens. Eine gesonderte Bezahlung erfolgt hier nur bei expliziter vertraglicher Vereinbarung.
Wie werden Überstunden für Gehaltsempfänger berechnet?
Der Stundenlohn wird ermittelt, indem das Monatsgehalt durch 4,33 und dann durch die Wochenstunden geteilt wird. Falls Zuschläge vereinbart sind, werden diese auf diesen Basissatz aufgeschlagen.
Wo stehen überstunden auf der lohnabrechnung?
Geleistete und ausgezahlte Überstunden finden sich meist in der Rubrik der Brutto-Bezüge. Dort werden sie oft als separate Lohnart mit der Anzahl der Stunden und dem jeweiligen Satz ausgewiesen. Bei Pauschalabgeltungen tauchen sie oft gar nicht gesondert auf, es sei denn, es gibt ein geführtes Zeitkonto im Anhang.
Wer legt fest, wie Überstunden abgegolten werden?
Dies regelt primär der Arbeitsvertrag. Besteht die Wahl zwischen Auszahlung und Freizeit, liegt das Direktionsrecht beim Arbeitgeber, wobei betriebliche Belange und Mitarbeiterwünsche abgewogen werden müssen.
Weitere verwandte Artikel, die Sie interessieren könnten




