Die amtsärztliche Untersuchung kann für viele Beamtenanwärter eine Quelle von Unsicherheit und Stress sein. Was wird genau untersucht? Wie läuft der Prozess in verschiedenen Bundesländern ab? In diesem Artikel klären wir alle wichtigen Fragen, von typischen Tests und Ernährungstipps bis hin zu Mythen und Ängsten, die oft im Raum stehen. Bereiten Sie sich optimal vor und gewinnen Sie das nötige Vertrauen für Ihre Untersuchung!
Was wird bei der amtsärztlichen Untersuchung untersucht?
Das amtsärztliche Zeugnis dient der zuständigen Behörde als Entscheidungshilfe zur gesundheitlichen Eignung einer Person; die finale Entscheidung trifft jedoch der Dienstherr. Bei der Untersuchung wird geprüft, ob der Gesundheitszustand den Anforderungen für eine Übernahme in ein Beamtenverhältnis genügt.
Häufig fließen Labor- und Röntgenbefunde sowie Berichte von behandelnden Ärztinnen und Ärzten in die Beurteilung ein. Die Ergebnisse werden als Gutachten, Zeugnis oder Bescheinigung dokumentiert.
Gesundheitliche Eignung und Ausschlusskriterien
Die Begriffe „gesundheitliche Eignung“ und mögliche Ausschlusskriterien sind nicht einheitlich definiert und können je nach Behörde und Tätigkeitsfeld variieren. So gelten beispielsweise für den Polizeidienst andere gesundheitliche Voraussetzungen als für administrative Tätigkeiten.
Welches Gesundheitsamt das Gutachten erstellt, richtet sich nach dem Wohnort der betroffenen Person.
Gründe für ein amtsärztliches Gutachten
- Prüfung der Voraussetzungen für eine Anstellung
- Feststellung von Arbeits‑, Erwerbs‑ oder Dienstfähigkeit
- Versetzungen in den (frühzeitigen) Ruhestand
- Beurteilung möglicher Folgen eines Dienstunfalls
Ziel ist es, sicherzustellen, dass Bewerberinnen und Bewerber die Anforderungen ihrer späteren Tätigkeit erfüllen können, ohne dass gesundheitliche Probleme die Ausübung ihrer Pflichten beeinträchtigen.
Durchführung der Begutachtung
Die Begutachtung wird in der Regel vom Amtsarzt vorgenommen; alternativ kann ein beauftragter Gutachter die Untersuchung durchführen. Bei speziellen Fragestellungen werden häufig Fachärztinnen oder Fachärzte hinzugezogen — etwa ein Neurologe bei entsprechenden Symptomen — wenn weitergehende Untersuchungen nötig sind, die über das Wissen des Amtsarztes hinausgehen.
Auftraggeber und gesetzliche Vorgaben
Der medizinische Dienst des Gesundheitsamtes führt Begutachtungen im Auftrag von Behörden oder Gerichten und nach gesetzlichen Vorgaben durch. Auftraggeber sind unter anderem Behörden, Gerichte und öffentlich-rechtliche Institutionen; in der Regel ist ein schriftlicher Untersuchungsauftrag erforderlich.
Eine Ausnahme bilden Zeugnisse zur Prüfungsunfähigkeit oder Atteste für einen Nachteilsausgleich: In diesen Fällen können die Prüfungsunterlagen direkt beim Gesundheitsamt eingereicht werden.
Qualitätssicherung
Zur Qualitätssicherung gibt es ein Handbuch mit Begutachtungsstandards sowie einen regelmäßigen überregionalen Erfahrungsaustausch zwischen amtsärztlichen Stellen. Dabei werden medizinische Fachliteratur, aktuelle Leitlinien und rechtliche Vorgaben, etwa aus dem Beamten‑ oder Sozialrecht, herangezogen.
Vorbereitung auf die Untersuchung
Zur Untersuchung sollten Bewerberinnen und Bewerber einen gültigen Personalausweis oder Reisepass sowie, falls vorhanden, den Untersuchungsauftrag und ihren Impfausweis mitbringen.

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Ablauf der amtsärztlichen Untersuchung in verschiedenen Bundesländern
Der Ablauf der amtsärztlichen Untersuchung sowie die Gewichtung der Ergebnisse können von Arzt zu Arzt und zwischen den Bundesländern variieren. Nach der Verordnung des Landes Nordrhein-Westfalen gehört zur Beurteilung neben der Überprüfung der Dienstfähigkeit auch die Berücksichtigung von Unterschieden im gesundheitlichen Verhalten, in den Lebenslagen, in den Gesundheitsrisiken und Krankheitsverläufen sowie in der Versorgungssituation von Frauen und Männern. Diese Aspekte fließen in die Einschätzung der individuellen gesundheitlichen Eignung für den Beamtenstatus mit ein.
Chronische Erkrankungen oder Vorerkrankungen schließen eine Laufbahn im Beamtenverhältnis nicht zwangsläufig aus. Häufig wird die amtsärztliche Untersuchung bestanden und die Dienstfähigkeit bestätigt. Die gesundheitliche Eignung ist nicht starr definiert; ihre Bewertung erfolgt stets im konkreten Einzelfall und richtet sich nach Art der Erkrankung sowie der zu erwartenden Prognose.
Wichtige Aspekte der gesundheitlichen Eignung
Bei traumatischen Belastungen wird etwa die Inanspruchnahme einer Therapie oft positiv gewertet.
Entscheidungsfindung und Tests
In manchen Fällen erhalten die Anwärterinnen und Anwärter sofort eine Entscheidung über ihre gesundheitliche Eignung. Liegen hingegen Laborbefunde wie Blutwerte noch nicht vor oder müssen Informationen von behandelnden Fachärztinnen und Fachärzten eingeholt werden, erfolgt die Mitteilung später.
Zur amtsärztlichen Untersuchung gehören üblicherweise verschiedene Tests, darunter Blutuntersuchungen und gegebenenfalls Urinproben. Diese Untersuchungen sind routinemäßig und stellen keine besonderen Anforderungen dar; nicht immer werden alle möglichen Tests in jedem Bundesland durchgeführt.
Bedeutung der Blutuntersuchung
Die Blutuntersuchung spielt eine zentrale Rolle, weil bestimmte Werte für die Verbeamtung entscheidend sein können. Sie kann Hinweise auf Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte oder andere gesundheitliche Auffälligkeiten geben.
- Besonders relevant für Berufsgruppen wie Polizei oder Feuerwehr
- Strengere Beurteilung in gesundheitlicher Hinsicht als bei Verwaltungsbeamten
- Einzelne Auffälligkeiten führen nicht automatisch zu einem Ausschluss
Solche Befunde sind besonders relevant für Berufsgruppen wie Polizei oder Feuerwehr, die in gesundheitlicher Hinsicht strenger beurteilt werden können als Verwaltungsbeamte. Einzelne Auffälligkeiten führen nicht automatisch zu einem Ausschluss, können aber Rückfragen durch den Amtsarzt oder auch durch die private Krankenversicherung (PKV) nach sich ziehen.
Rechtsmittel und therapeutische Maßnahmen
Gegen eine ablehnende Entscheidung zur Ernennung auf Lebenszeit besteht die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen. Die Erfahrung zeigt, dass Widersprüche, insbesondere bei Infragestellung der Eignung wegen Vorerkrankungen oder chronischer Leiden, durchaus Erfolg haben können.
Therapeutische Maßnahmen gelten inzwischen nicht mehr generell als Ausschlusskriterium; sie werden in vielen Fällen sogar positiv berücksichtigt.
Wichtige Fragen, die beim Amtsarzt gestellt werden
Zu Beginn der Untersuchung beim Amtsarzt müssen Sie einen Fragebogen zu Ihrer Person ausfüllen. Beantworten Sie diesen vollständig und wahrheitsgemäß: Unvollständige oder falsche Angaben können schwerwiegende Folgen haben. Das Verschweigen wichtiger Informationen oder nachweislich falsche Angaben kann zum Verlust des Beamtenstatus oder sogar zur Kündigung führen. Dies ist besonders relevant für Beamte und Beamtenanwärter, da die amtsärztliche Untersuchung eine zentrale Rolle bei der Feststellung der Diensttauglichkeit spielt.
Typische Fragen beim Amtsarzt
Typische Fragen beim Amtsarzt decken verschiedene Bereiche Ihrer Gesundheit und Lebensweise ab, darunter:
- Ihre persönliche Krankengeschichte: Es wird gefragt, ob Sie in der Vergangenheit an ernsthaften Erkrankungen litten, die Ihre Dienstfähigkeit beeinträchtigen könnten.
- Bestehende Beschwerden: Aktuelle gesundheitliche Probleme sind wichtig, weil sie direkt Ihre Dienstfähigkeit beeinflussen können.
- Zurückliegende Krankenhausaufenthalte: Angaben zu früheren Krankenhausaufenthalten helfen dem Amtsarzt, ein vollständiges Bild Ihrer Gesundheit zu gewinnen.
- Frühere Operationen: Operative Eingriffe können Ihre körperliche Verfassung beeinflussen und sollten daher genannt werden.
- Ernsthafte Erkrankungen in der Familie: Familiäre oder genetische Krankheitsbilder können für Ihre eigene Gesundheit relevant sein.
- Medikamenteneinnahme: Regelmäßig eingenommene Medikamente sind anzugeben, da sie Ihre Leistungsfähigkeit beeinflussen können.
- Nikotin- und Alkoholkonsum: Diese Faktoren wirken sich erheblich auf die Gesundheit und damit auf die Dienstfähigkeit aus.
- Drogenkonsum: Ehrlichkeit ist auch hier wichtig, da Drogenkonsum die Eignung für den Beamtenstatus gefährden kann.
- Sportliche Aktivitäten: Angaben zu sportlicher Betätigung geben Hinweise auf Ihre körperliche Fitness.
Außerdem wird nach Ihrem allgemeinen Befinden gefragt. In manchen Fällen stellt der Amtsarzt auch spezifische Fragen zu Stress während der Ausbildung, etwa im Referendariat, weil Stressfaktoren ebenfalls die Gesundheit und Leistungsfähigkeit beeinflussen können.
Nach dem Ausfüllen des Fragebogens
Nach dem Ausfüllen des Fragebogens bespricht der zuständige Arzt oder die zuständige Ärztin Ihre Angaben mit Ihnen. Das Gespräch bietet die Gelegenheit, Unklarheiten zu klären und gegebenenfalls zusätzliche Informationen nachzureichen.
Übliche Untersuchungen beim Amtsarzt
Übliche Untersuchungen beim Amtsarzt sind:
- Sehtest: Überprüfung der Sehschärfe und der Farbwahrnehmung.
- Hörtest: Feststellung der Hörfähigkeit.
- Testen von Reflexen: Überprüfung neurologischer Reaktionen.
- Abhören und Abklopfen verschiedener Körperpartien: Bestandteil der allgemeinen körperlichen Untersuchung.
Es ist ratsam, sich im Vorfeld Gedanken über den Fragebogen zu machen und gegebenenfalls Unterlagen wie Krankenhausberichte oder Atteste bereitzuhalten. Eine gründliche Vorbereitung erleichtert den Ablauf und stellt sicher, dass alle relevanten Informationen vorliegen.
Ernährungstipps vor der amtsärztlichen Untersuchung
Geh am Vorabend früh ins Bett und erscheine am Untersuchungstag möglichst ausgeruht. Ausreichender Schlaf sorgt für einen klaren Kopf und ein frisches Erscheinungsbild; Schlafmangel führt hingegen zu Müdigkeit und Konzentrationsproblemen, was den Eindruck beim Amtsarzt beeinträchtigen kann. Außerdem unterstützt er die körperliche Regeneration, sodass Ihr Körper optimal funktioniert.
Verzichte einige Tage vor dem Termin auf Alkohol. Alkohol kann Leberwerte beeinflussen und zu Dehydrierung führen, was Messergebnisse verfälschen kann. Außerdem stört er den Schlaf und vermindert die Leistungsfähigkeit — ein Verzicht hilft, Ihre Werte zu stabilisieren und Sie in besserer Verfassung erscheinen zu lassen.
Gesunde Ernährung vor der Untersuchung
Ernähre dich spätestens eine Woche vor der Untersuchung möglichst gesund; das kann Ihre Blutwerte deutlich verbessern. Eine ausgewogene, nährstoffreiche Kost wirkt sich positiv auf die allgemeine Gesundheit sowie auf spezifische Werte wie Cholesterin und Blutzucker aus.
- Achte auf viel frisches Obst und Gemüse.
- Integriere Vollkornprodukte in deine Ernährung.
- Verzehre gesunde Fette.
Als Beispiel kann eine Paleo-orientierte Ernährung, die auf unverarbeitete Lebensmittel setzt, sinnvoll sein.
Frühstück am Untersuchungstag
Das Frühstück am Untersuchungstag sollte ausgewogen, aber nicht zu schwer sein. Ein leichtes Frühstück mit Eiweiß, Ballaststoffen und gesunden Fetten gibt Ihnen Energie, ohne Ihr Wohlbefinden zu belasten. Vermeide fettige, üppige Speisen.
Ein geeignetes Beispiel wäre Vollkornbrot mit Avocado und einem weichgekochten Ei, dazu eine Tasse grüner Tee.
Nach der Untersuchung
Nach der Untersuchung folgt meist eine Belehrung oder allgemeine Gesundheitsberatung durch den Arzt. Dabei werden Sie über die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung, regelmäßiger körperlicher Aktivität und den Impfschutz informiert.
Der Arzt stellt auch Fragen zu Ihrer persönlichen Vorgeschichte, bestehenden Beschwerden, Ihrem aktuellen Befinden sowie vergangenen Krankenhausaufenthalten, um ein vollständiges Bild Ihrer Gesundheit zu erhalten.
Tipp zur Verbesserung der Cholesterinwerte
Vermeide verarbeitete Lebensmittel. Dazu zählen:
- Gesüßte Erfrischungsgetränke
- Fertigprodukte
- Salzige Knabbereien
- Tiefkühlfertiggerichte
- Verarbeitete Fleischprodukte
Diese enthalten oft Transfette, die das „schlechte“ LDL-Cholesterin erhöhen können. Iss stattdessen frische, unverarbeitete Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Vollkornprodukte.
Weitere Ernährungstipps
Setze vermehrt auf pflanzliche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen und Vollkornprodukte; sie liefern Ballaststoffe und pflanzliche Fette, die das Cholesterin senken können. Meide tierische Fette wie Butter, Schmalz oder fettes Fleisch und ersetze sie durch pflanzliche Öle wie Oliven- oder Rapsöl. Diese gesunden Fette sind wichtig für die Herzgesundheit und können Ihre Werte verbessern.
Iss öfter Fisch: Lachs, Thunfisch und Sardinen enthalten Omega-3-Fettsäuren, die cholesterinsenkend wirken. Versuche, mindestens zweimal pro Woche Fisch zu essen — diese Fettsäuren sind zudem entzündungshemmend und fördern die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems.
Trinke regelmäßig Tee, vor allem grünen Tee. Er enthält Antioxidantien — insbesondere Catechine —, die sich positiv auf das Cholesterin auswirken und das Herz-Kreislauf-System schützen können. Versuche, täglich eine Tasse grünen Tee einzubauen.
Mythen und Ängste rund um die amtsärztliche Untersuchung
Ob Referendarinnen und Referendare oder angehende Verwaltungsbeamte: Kaum ein Beamtenanwärter oder eine Beamtenanwärterin bleibt völlig unbesorgt, wenn die schriftliche Untersuchungsanordnung für den Amtsarzt vorliegt. Woher kommt diese Angst? Bei unserer Recherche sind wir auf viele dramatisierende Erzählungen und Mythen zur amtsärztlichen Untersuchung gestoßen. Mit diesen Legenden möchten wir aufräumen und Ihnen die unbegründete Sorge vor dem Termin nehmen.
Besonders online kursieren zahlreiche Gerüchte über die Bewertung und Gewichtung der Untersuchungsergebnisse, die Bewerberinnen und Bewerber verunsichern. Hören Sie nicht auf Aussagen, die mit „Ich habe mal gehört, dass …“ beginnen. Solche Berichte beruhen oft auf Einzelerfahrungen oder Missverständnissen und sind in der Regel nicht verlässlich.
Wichtige Mythen zur amtsärztlichen Untersuchung
Der Amtsarzt will Ihnen nichts Böses. Amtsärzte prüfen die gesundheitliche Eignung für den öffentlichen Dienst und handeln in der Regel objektiv und professionell. In einem offenen, ehrlichen Gespräch vor Ort lassen sich viele Missverständnisse ausräumen.
Amtsärzte sprechen meist sehr direkt auf Themen an, die Sie betreffen — lassen Sie sich davon nicht verunsichern. Bleiben Sie ruhig und beantworten Sie die Fragen wahrheitsgemäß.
Ein weiterer oft übersehener Punkt sind Ihre Unterlagen. Nehmen Sie Berichte, Atteste und Prognosen mit, die Sie vorbereitet und zusammengetragen haben. Diese Dokumente können entscheidend sein, um Ihre gesundheitliche Situation klar darzustellen.
- Häufig ist die Befürchtung, dass Vorerkrankungen automatisch zu einem negativen Ergebnis führen, unbegründet.
- Fürchten Sie den Termin nicht.
Es gibt Fälle, in denen selbst Expertinnen und Experten überrascht sind, dass jemand mit mehreren Vorerkrankungen verbeamtet wurde. Das ist keine Abwertung, sondern eine sachliche Einschätzung der Realität: In vielen Fällen fällt das Ergebnis weniger schwer aus als befürchtet.
Der Amtsarzt will nicht schaden, sondern prüfen, ob Sie Ihre Aufgaben im öffentlichen Dienst erfüllen können.
Risiken und Strategien
Ein verbreitetes Missverständnis ist die Idee, die amtsärztliche Untersuchung abzuwarten und erst danach eine private Krankenversicherung (PKV) abzuschließen. Diese Strategie ist riskant.
Beim akuten Lehrermangel in unserem Land haben viele Lehrkräfte, die vor zwei Jahren eine Psychotherapie abgeschlossen hatten, die Untersuchung bestanden — manchmal sogar mühelos.
Im Gegensatz dazu lehnt die PKV in etwa 99 Prozent der Fälle Anträge mit Vorerkrankungen ab.
Die Angst, wegen einer in Anspruch genommenen psychotherapeutischen Behandlung nicht verbeamtet zu werden, führt teilweise dazu, dass Lehramtsanwärterinnen und -anwärter notwendige Therapien nicht antreten. Diese Entscheidung kann langfristig negative Folgen für die Gesundheit haben und sollte gut überdacht werden.
Die amtsärztliche Untersuchung dient dazu, die Eignung für den Dienst zu prüfen und nicht dazu, Bewerberinnen und Bewerber aufgrund ihrer Krankengeschichte zu diskriminieren.
Die Rolle des Dienstherrn bei der amtsärztlichen Untersuchung
Vor der Übernahme in das Beamtenverhältnis ist eine amtsärztliche Untersuchung vorgeschrieben. Sie dient dazu, dass der Dienstherr sicherstellen kann, dass der Bewerber körperlich und psychisch in der Lage ist, seine Tätigkeit bis zum regulären Dienstzeitende auszuüben.
Der Ablauf beginnt in der Regel, sobald dem Bewerber die Untersuchungsanordnung zugeht; den Termin vergibt das zuständige Gesundheitsamt. Wichtig ist: Das Nichtbestehen der Untersuchung verringert die Chance auf den gewünschten Beamtenstatus erheblich.
Gesundheitliche Eignung und Risikominimierung
Geprüft wird die gesundheitliche Eignung vor allem, um das Risiko häufiger Krankheitsfälle oder einer vorzeitigen Dienstunfähigkeit zu minimieren. Bei Tätigkeiten mit hoher körperlicher oder psychischer Belastung ist eine besonders gründliche Untersuchung erforderlich.
Der Dienstherr muss sich vergewissern, dass der Bewerber seinen Beruf langfristig ohne Einschränkungen ausüben kann, denn eine Verbeamtung ist in der Regel auf Lebenszeit und spätere Entlassungsmöglichkeiten bei Krankheit begrenzt.
Ärztliches Gutachten und Anforderungen
Im Rahmen der Untersuchung erstellt der Amtsarzt ein ärztliches Gutachten, das das Risiko einer Dienstunfähigkeit vor Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze feststellen soll. Dieses Gutachten ist bei der Übernahme ins Beamtenverhältnis vorzulegen, insbesondere bei Beamtinnen und Beamten auf Probe.
- Mögliche ambulante oder stationäre Rehabilitationsbedarfe
- Prüfungsfähigkeit nach den einschlägigen gesetzlichen Regelungen
- Fahrtauglichkeit nach der Straßenverkehrszulassungsordnung
Eine Übernahme kann abgelehnt werden, wenn der Dienstherr nachvollziehbar begründet, dass die Diensttauglichkeit fehlt. Beispiele hierfür sind schwere Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder eine laufende psychotherapeutische Behandlung, die die Verbeamtung erschweren können.
In solchen Fällen empfiehlt es sich, eine Bescheinigung des Haus- oder Facharztes vorzulegen, die bestätigt, dass die Erkrankung überwunden ist und keine gesundheitlichen Einschränkungen vorliegen.
Prüfung der langfristigen Einsatzfähigkeit
Die amtsärztliche Untersuchung ist kein bloßer Formalakt: Der Amtsarzt prüft, ob der Bewerber mental und gesundheitlich voraussichtlich in der Lage sein wird, bis zum gesetzlichen Rentenalter — in der Regel — seine Aufgaben zu erfüllen.
In den meisten Fällen verläuft die Untersuchung problemlos, da der Amtsarzt primär die langfristige Einsatzfähigkeit beurteilen möchte.
Änderungen ab April 2025
Zu beachten ist außerdem, dass seit bei bestimmten beamtenrechtlichen Fragen — etwa zu Reha-Leistungen oder den Folgen von Dienstunfällen — keine amtsärztlichen Untersuchungen mehr erforderlich sind. In solchen Angelegenheiten sollte sich der Betroffene an die zuständigen Beihilfe‑Stellen wenden.
Darüber hinaus können auch ausländerrechtliche Fragestellungen, etwa die Reisefähigkeit, in den Zuständigkeitsbereich des Amtsarztes fallen. Prüfungsfähigkeit bleibt ein weiterer Prüfaspekt, sofern dies gesetzlich vorgesehen ist.
Körperliche Tests und Untersuchungen beim Amtsarzt
Bei den körperlichen Untersuchungen beim Amtsarzt werden je nach Bedarf verschiedene Tests und Checks durchgeführt. Im Folgenden die möglichen Untersuchungen mit kurzen Erläuterungen:
Tests und Untersuchungen
- Bluttest: Es wird eine Blutprobe entnommen, um unterschiedliche Gesundheitsparameter zu analysieren. Typische Werte sind Blutfette (LDL, HDL), Leberwerte (GPT, GOT, Gamma-GT), Nierenwerte (Kreatinin, Harnstoff) sowie Blutzucker und Entzündungsmarker wie CRP. Diese Werte dienen dazu, Erkrankungen wie Diabetes sowie Nieren- oder Lebererkrankungen frühzeitig zu erkennen.
- Urintest: Eine Urinprobe wird auf Parameter wie Zucker (Glukose), Eiweiß, Leukozyten und Nitrit geprüft. Auffälligkeiten können auf Harnwegsinfektionen, Nierenbelastungen oder andere gesundheitliche Probleme hinweisen. Der pH-Wert gibt zusätzlich Auskunft darüber, ob der Urin eher sauer oder basisch ist.
- Sehtest: Geprüft werden nicht nur die Sehschärfe, sondern auch Dämmerungssehen und Farbsehen. Das ist besonders wichtig für Tätigkeiten, die hohe visuelle Präzision erfordern.
- Hörtest: Das Gehör wird getestet, um mögliche Hörbeeinträchtigungen festzustellen. Ein Hörtest ist relevant für Berufe, in denen gutes Hören entscheidend ist, zum Beispiel im Sicherheitsdienst oder in der Luftfahrt.
- Ermittlung des BMI (Body-Mass-Index): Durch Messung von Körpergröße und Gewicht wird der BMI bestimmt. Abweichungen können auf Über- oder Untergewicht und damit verbundene Gesundheitsrisiken hinweisen.
- Messen von Puls und Blutdruck: Diese Messungen geben Hinweise auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Erhöhter Blutdruck oder ein unregelmäßiger Puls können auf ernsthafte Probleme hindeuten.
- Ruhe-EKG: Mit einem Elektrokardiogramm (EKG) wird die elektrische Aktivität des Herzens überwacht. So lassen sich Herzrhythmusstörungen oder andere Herzerkrankungen erkennen.
- Lungenfunktionstest: Die Atemfunktion wird geprüft, um Atemwegserkrankungen auszuschließen. Das ist vor allem bei Berufen wichtig, die eine gute Atemleistung erfordern, etwa Feuerwehrleute oder Piloten.
Typischer Ablauf der Untersuchung
Der typische Ablauf der Untersuchung umfasst:
- Fragebogen
- Bluttest
- Urintest
- Sehtest
- Hörtest
- BMI
- Puls und Blutdruck
- EKG
- Lungenfunktion
- Weitere körperliche Checks
Im Fragebogen werden unter anderem frühere Operationen und Behandlungen, schwere Erkrankungen in der Familie, Medikamenteneinnahme, Nikotin- und Alkoholkonsum, Drogenkonsum, sportliche Aktivitäten, Hobbys und Lebensumstände erfasst.
Wichtige Hinweise
Mitbringen sollten Sie:
- Personalausweis
- Brille(n)
- Relevante Befunde bei Vorerkrankungen
Es ist ratsam, bequeme Unterwäsche zu tragen, da möglicherweise körperliche Übungen zur Überprüfung von Beweglichkeit und Koordination stattfinden. Beispielsweise kann verlangt werden, sich mit durchgedrückten Knien zu bücken und die Hände zum Fußboden zu strecken.
Psychologische Tests
Ergänzend zu den körperlichen Untersuchungen können auch psychologische Tests und Gespräche mit dem Amtsarzt erfolgen, um die psychische Eignung für die angestrebte Tätigkeit zu beurteilen.

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Wie man sich auf die amtsärztliche Untersuchung vorbereitet
Haben Sie von Ihrem Dienstherrn den schriftlichen Untersuchungsauftrag erhalten, vereinbaren Sie in der Regel einen Termin über das Gesundheitsamt Ihrer Stadt. Über die Behörde wird Ihnen der zuständige Amtsarzt zugewiesen. Es ist wichtig, den Termin zeitnah zu vereinbaren, da die amtsärztliche Untersuchung oft eine Voraussetzung für Ihre Verbeamtung ist.
Vor der Untersuchung müssen Sie den nachstehenden Fragebogen zur Krankenvorgeschichte ausfüllen und unterschreiben. Dieser Fragebogen liefert dem Amtsarzt wichtige Informationen über Ihren Gesundheitszustand und ist damit ein entscheidendes Dokument. Bitte senden Sie den ausgefüllten Fragebogen vor der Untersuchung an das Sekretariat der Amtsärztin, damit sich der Arzt im Voraus auf Ihre Untersuchung vorbereiten kann.
Wichtige Informationen zur Einladung
Von der für Sie zuständigen Behörde, zum Beispiel der Niedersächsischen Landesschulbehörde, erhalten Sie in der Regel ein Anschreiben, in dem Sie aufgefordert werden, sich beim zuständigen Gesundheitsamt untersuchen zu lassen. Diese Aufforderung erfolgt im Rahmen des Verbeamtungsverfahrens; die Behörde lädt Sie unter Berücksichtigung des vorgesehenen Verbeamtungstermins gesondert zu einem Untersuchungstermin ein. Kümmern Sie sich frühzeitig um den Termin, um Verzögerungen zu vermeiden.
Ablauf der Untersuchung
Der Ablauf der Untersuchung gliedert sich in mehrere Schritte. Zunächst erfolgt eine umfassende Anamnese, in der der Amtsarzt Ihre Krankengeschichte sowie aktuelle Beschwerden erfragt, um mögliche gesundheitliche Risiken für den angestrebten Dienst zu erkennen.
Darauf folgt die körperliche Untersuchung, die verschiedene Tests und Messungen umfassen kann, wie etwa Blutdruckmessungen, Blutuntersuchungen und gegebenenfalls eine Überprüfung Ihres Impfstatus. Bringen Sie daher am besten Ihren Impfausweis mit, damit alle erforderlichen Impfungen dokumentiert werden können.
In bestimmten Fällen, etwa bei der Diagnose von Adipositas oder anderen gesundheitlichen Problemen, kann der Amtsarzt zusätzliche Informationen oder Nachweise anfordern.
Das ist besonders relevant, wenn die gesundheitliche Prognose nicht eindeutig positiv ist; gegebenenfalls sind weitere Untersuchungen oder Beratungen nötig, bevor das amtsärztliche Gesundheitszeugnis ausgestellt wird.
Ergebnisse der Untersuchung
Die Ergebnisse der Untersuchung werden Ihnen später mitgeteilt. In der Regel erhalten Sie ein amtsärztliches Gesundheitszeugnis, das Ihre gesundheitliche Eignung für den angestrebten Dienst bescheinigt und damit einen wichtigen Bestandteil Ihres Verbeamtungsverfahrens darstellt.
Planung der Zeit
Planen Sie ausreichend Zeit für die Untersuchung ein: Die Dauer kann je nach Komplexität Ihres Gesundheitszustands und den erforderlichen Tests variieren. Rechnen Sie mindestens mit einem halben bis zu einem ganzen Tag, damit Sie alle Schritte ohne Zeitdruck durchlaufen können.
Krankenversicherung und Verbeamtung: Was Sie wissen sollten
Haben Sie die amtsärztliche Untersuchung bestanden und werden verbeamtet, profitieren Sie von der Beihilfe Ihres Dienstherrn. Diese Beihilfe ist ein finanzieller Zuschuss, mit dem Beamte die Kosten ihrer Krankenversicherung abdecken können.
Theoretisch ist auch eine gesetzliche Versicherung möglich, in der Praxis wird jedoch meist die private Krankenversicherung (PKV) bevorzugt. Dies liegt daran, dass die PKV häufig günstigere Beiträge und umfassendere Leistungen im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bietet.
Unterschiede zwischen Beamtentarifen
Die Unterschiede zwischen den Beamtentarifen sind erheblich. Informieren Sie sich deshalb gründlich und ziehen Sie gegebenenfalls professionelle Beratung hinzu.
Wenn Sie sich für eine PKV entscheiden, ist ein sorgfältiger Tarifvergleich unerlässlich. Zwischen den privaten Anbietern bestehen große Unterschiede hinsichtlich Leistungen und Schutzumfang.
- Günstige Anbieter locken oft mit niedrigeren Prämien.
- Diese niedrigen Prämien können jedoch zulasten der Leistungsqualität gehen.
- Achten Sie genau auf den Leistungsumfang und die Vertragsbedingungen.
Versicherungsstatus bei Nicht-Verbeamtung
Ein verbreitetes Missverständnis betrifft die Sorge, dass sich der Versicherungsstatus bei Nicht-Verbeamtung automatisch ändert. In der Regel ist diese Angst unbegründet:
- Wenn Sie nicht verbeamtet werden, bleibt Ihr Versicherungsstatus meist unverändert.
- Insbesondere für diejenigen, die wegen ihres Einkommens weiterhin versicherungspflichtig in der GKV sind.
- Das bedeutet, Sie müssen bei Krankenkassen wie AOK oder Barmer verbleiben.
Praktisch reicht es oft, der PKV die Mitgliedsbescheinigung der GKV vorzulegen, um einen Vertrag auch nach Ablauf der Widerrufsfrist aufzuheben.
Vorerkrankungen und chronische Erkrankungen
Vorerkrankungen oder chronische Erkrankungen können beim PKV-Antrag problematisch sein. Selbst bei Verbeamtung können solche Erkrankungen zu hohen Risikozuschlägen oder sogar zur Ablehnung führen.
Bevor Sie dieses Risiko eingehen, ist es ratsam, Fachleute zu konsultieren, die anonyme Risikovoranfragen bei verschiedenen Gesellschaften stellen können. Das verschafft Ihnen einen besseren Überblick und hilft, unangenehme Überraschungen zu vermeiden.
Ein auffälliger TSH-Wert kann bei manchen Amtsärzten bereits ausreichen, um Sie als „dauerhaft behandlungsbedürftig“ einzustufen.
Für die PKV ist dieser Status relevant, da er häufig zu höheren Prämien oder zu Ausschlüssen führen kann. Schlechte Werte müssen jedoch nicht zwangsläufig eine Ablehnung bedeuten; oft folgen Nachuntersuchungen oder Rückfragen seitens des Amtsarztes oder der künftigen PKV.
Frühzeitige Auseinandersetzung mit der PKV
Es ist daher vorteilhaft, sich frühzeitig mit der PKV zu befassen — etwa durch den Abschluss einer Anwartschaft oder eines Optionstarifs. Diese Optionen „frieren“ Ihren Gesundheitszustand ein, sodass spätere Befunde, die im amtsärztlichen Gutachten auftauchen, nicht zwangsläufig zu Problemen bei der PKV führen.
BMI und psychische Gesundheit: Was beim Amtsarzt zählt
Häufig hört und liest man, dass der BMI (Body-Mass-Index) bei der amtsärztlichen Untersuchung besonders kritisch betrachtet wird. Der BMI ist eine Maßzahl für das Verhältnis von Körpergewicht zur Körpergröße und wird oft zur Klassifikation von Über- oder Untergewicht herangezogen.
Leichtes Übergewicht steht einer Verbeamtung in der Regel nicht im Weg: Meist gilt ein BMI bis 30 als unproblematisch. Ab einem BMI von 30 spricht man von Adipositas (Fettleibigkeit), was die gesundheitliche Bewertung deutlich beeinflussen kann.
Einfluss des BMI auf verschiedene Berufe
Die Einschätzung hängt allerdings immer vom angestrebten Dienst ab. Im Polizeidienst etwa ist ein sehr guter Gesundheitszustand Voraussetzung, da die körperlichen Anforderungen dort besonders hoch sind. Diese Anforderungen prüft der Polizeiarzt gesondert und berücksichtigt dabei zahlreiche Kriterien — neben dem BMI auch weitere körperliche und psychische Aspekte.
Für angehende Lehrer*innen oder Verwaltungsbeamte gelten dagegen meist weniger strenge Maßstäbe, da die körperlichen Belastungen in diesen Berufen in der Regel geringer sind.
Gesundheitliche Risiken bei Adipositas
Kritisch wird ein BMI ab 30, da Adipositas mit verschiedenen gesundheitlichen Risiken verbunden ist, etwa:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Typ‑2‑Diabetes
- Andere chronische Leiden
Solche Erkrankungen können die Fähigkeit beeinträchtigen, dienstliche Aufgaben zuverlässig zu erfüllen.
Körperliche Kriterien bei der amtsärztlichen Untersuchung
Der Amtsarzt achtet sowohl auf Übergewicht als auch auf Untergewicht. Bei uniformierten Berufen wie Polizei, Feuerwehr oder Zoll sind körperliche Fitness und ein sehr guter Gesundheitszustand unabdingbar — was verständlich ist, da die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit hoch sind.
So kann beispielsweise die Verfolgung eines flinken Einbrechers oder das Hinaufklettern auf eine Leiter zur Brandbekämpfung für Personen mit starkem Übergewicht eine erhebliche Herausforderung darstellen.
Die amtsärztliche Untersuchung beschränkt sich nicht auf den BMI. Körperliche Kriterien, die bei Polizei und Zoll zur Ablehnung führen können, sind beispielsweise:
- BMI über 30 (mancherorts schon ab 27 kritisch)
- Bluthochdruck
- Asthma (je nach Schweregrad)
- Diabetes Typ 1 und Typ 2
Auch Sinneswahrnehmungen wie Rot-Grün-Sehschwäche, Dämmerungssehstörung oder Schwerhörigkeit fließen in die Beurteilung ein.
Psychische Gesundheit und amtsärztliche Untersuchung
Im psychischen Bereich spielen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, ADHS und Borderline eine Rolle. Laufende oder kürzlich abgeschlossene Psychotherapien können ebenfalls kritisch bewertet werden.
Widerspruch und Möglichkeiten nach einer Ablehnung
Ein negatives Ergebnis der amtsärztlichen Untersuchung ist nicht zwangsläufig endgültig: Es besteht die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen. Wird beispielsweise wegen eines zu hohen BMI oder eines grenzwertigen Blutdrucks abgelehnt, kann ein fachärztliches Gutachten dazu beitragen, Ihre persönliche Situation besser zu erklären und eine erneute, möglicherweise positive Entscheidung zu erreichen.
Außerdem kann extremes Übergewicht (Adipositas) unter bestimmten Voraussetzungen als Behinderung anerkannt werden, etwa wenn nicht zu erwarten ist, dass sich die durch das Gewicht bedingte Einschränkung der Leistungsfähigkeit innerhalb der nächsten fünf Jahre bessert.
Amtsärztliche Untersuchung während des Referendariats
Die amtsärztliche Untersuchung ist ein wesentlicher Bestandteil des Referendariats für Beamte in Deutschland. Sie soll sicherstellen, dass die Anwärter gesundheitlich in der Lage sind, ihren Dienst auszuüben. Die Anforderungen und Abläufe können dabei je nach Bundesland variieren.
Durchführung der Untersuchung
In folgenden Bundesländern wird die amtsärztliche Untersuchung typischerweise nach Abschluss des Referendariats durchgeführt:
- Berlin
- Niedersachsen
- Nordrhein-Westfalen
- Schleswig-Holstein
- Sachsen-Anhalt
- Thüringen
- Mecklenburg-Vorpommern
Dort erfolgt die Untersuchung in der Regel einmalig nach dem Referendariat, um die gesundheitliche Eignung der Beamtenanwärter für ihre künftigen Aufgaben zu prüfen. Das ist besonders relevant für Tätigkeiten, die körperliche Fitness oder psychische Stabilität erfordern, etwa im Bildungsbereich oder in der öffentlichen Verwaltung.
Untersuchungen in anderen Bundesländern
Im Gegensatz dazu gibt es Bundesländer, in denen die ärztliche Untersuchung sowohl zu Beginn des Referendariats als auch bei der Verbeamtung auf Probe üblich ist. Dazu zählen:
- Brandenburg
- Baden-Württemberg
- Bayern
- Hamburg
- Hessen
- Rheinland-Pfalz
- Saarland
- Sachsen
In diesen Fällen handelt es sich meist um eine Nachsorgeuntersuchung, die sicherstellen soll, dass während der Ausbildungszeit keine gesundheitlichen Probleme entstehen, die die Eignung für den Beamtenstatus gefährden könnten. Die doppelte Untersuchung überprüft die gesundheitliche Eignung der Anwärter in verschiedenen Ausbildungsphasen.
Dauer und Umfang der Untersuchung
Die Dauer der amtsärztlichen Untersuchung liegt in der Regel bei etwa einer Stunde. In speziellen Bereichen, etwa bei Polizei oder ähnlichen Institutionen, kann sie jedoch ganztägig dauern und mehrere Stationen umfassen. Solche umfassenden Untersuchungen dienen dazu, sicherzustellen, dass die Bewerber alle erforderlichen gesundheitlichen Standards erfüllen.
Vorbereitung auf die Untersuchung
Vor der Untersuchung müssen Anwärter bestimmte Unterlagen und Informationen bereitstellen. Üblich ist ein ausgefüllter Fragebogen mit Angaben zur persönlichen Gesundheit und Vorgeschichte. In Bayern etwa ist ein landesspezifischer Fragebogen zu nutzen, der inhaltlich dem in anderen Bundesländern ähnelt.
Es ist wichtig, diese Dokumente vollständig und korrekt auszufüllen, da ungenaue Angaben zu Verzögerungen oder sogar zur Ablehnung der Verbeamtung führen können.
Zusätzlich zum Fragebogen sollten Anwärter weitere Nachweise mitbringen, etwa medizinische Unterlagen oder den Impfpass. Diese Dokumente belegen die gesundheitliche Vorgeschichte und unterstützen die Amtsärzte dabei, eine fundierte Entscheidung über die gesundheitliche Eignung zu treffen.
Häufige Fragen zur amtsärztlichen Untersuchung
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